Plan Energie aus der Praxis: Wärmepumpe installiert und 3.500 € pro Jahr verschenkt

Hallo,

vor ein paar Wochen rief mich ein Kunde an. Er wollte eine Wärmepumpe installieren lassen – alles schien geklärt, der Elektriker stand in den Startlöchern. Nur eine Frage hatte er noch: Ob ich mir kurz den Plan anschauen könnte. Sicher ist sicher. Ich schaute drauf. Und mir wurde etwas mulmig.

Der Elektriker wollte die Wärmepumpe einfach an den bestehenden Stromzähler klemmen. Zusammen mit allem anderen. Klingt erstmal praktisch – ist es aber nicht. Ich rief den Elektriker an.

„Warum kein separater Zähler?“, fragte ich.

„Braucht man nicht“, sagte er. „Außerdem haben die doch eine PV-Anlage. Der Solarstrom läuft direkt in die Wärmepumpe, das wird günstig.“

Ich holte tief Luft. Die Idee klang charmant – aber sie funktioniert nicht. Im Winter, wenn die Wärmepumpe richtig läuft, scheint die Sonne viel zu wenig. Und der PV-Strom, den es gibt, bringt dem Kunden woanders mehr. Ich erklärte das. Der Elektriker war skeptisch, aber er hörte zu.

Dann kam die Zahl: „Bei 30.000 Kilowattstunden im Jahr kostet Sie das 3.500 Euro. Jedes Jahr. Dauerhaft.“

Stille.

„Okay“, sagte er schließlich. „Machen wir einen separaten Zähler.“

Ich dachte, die Sache wäre erledigt. War sie aber nicht.

Wochen später erfuhr ich vom Netzbetreiber: Der Antrag für die Abrechnung nach Modul 2 war nicht gestellt worden. Einfach vergessen. Wieder 1.500 Euro pro Jahr, die der Kunde unnötig zahlen würde. Wir konnten es nachträglich korrigieren – aber ich war überrascht. Und dann stellte ich fest: Das passiert ständig. Fast immer. Weil es die Elektriker schlicht nicht wissen.

Warum ich das erzähle? Weil beim Anschluss einer Wärmepumpe selbst von Fachleuten teure Fehler gemacht werden. Fehler, die dauerhaft Geld kosten. Viel Geld.


Was hilft?

  • Bestehen Sie auf einen separaten Zähler – und darauf, dass dieser explizit als Wärmepumpen-Zähler beim Netzbetreiber angemeldet wird.
  • Fordern Sie die Abrechnung nach Modul 2 – dieser Antrag wird regelmäßig vergessen, obwohl er erhebliche Kostenvorteile bringt.
  • Holen Sie sich frühzeitig Beratung, bevor der Elektriker loslegt – nachträgliche Korrekturen sind möglich, aber vermeidbar.

Die 3.500 Euro, die mein Kunde jetzt spart? Die hätte er Jahr für Jahr verloren. Nur weil niemand genau hingeschaut hätte.

Sie planen eine Wärmepumpe oder haben Fragen dazu? Melden Sie sich gerne – ich schaue mit Ihnen drauf, bevor es teuer wird.

Viele Grüße

Stefan Hartleff