Energieaudit DIN EN 16247-1
Der erste Schritt zu höherer Energieeffizienz

Das Energiedienstleistungsgesetz EDL-G 2015 verpflichtet alle großen Unternehmen, erstmals bis zum 5. Dezember 2015 und danach alle vier Jahre für alle Unternehmensteile und Standorte ein umfassendes Energieaudit durchzuführen. Diese Verpflichtung gilt für alle Sektoren und Wirtschaftszweige die nicht dem produzierenden Gewerbe angehören.

Welche Unternehmen sind verpflichtet?

Die Energieauditpflicht trifft alle Unternehmen, die nicht kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nach der Definition der EU sind. Als Unternehmen gilt hierbei stets die kleinste rechtlich eigenständige Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche, d.h. auf den Austausch von Gütern oder Dienstleistungen am Markt gerichtete Tätigkeit dauerhaft ausübt. Auf eine Gewinnerzielungsabsicht kommt es nicht an.

Als Nicht-KMU gilt ein Unternehmen, das in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren vor dem Stichtag zur Ermittlung des Status

• 250 oder mehr Personen beschäftigt oder
• weniger als 250 Personen beschäftigt, aber mehr als 50 Mio. EUR Jahresumsatz und mehr als 43 Mio. EUR Jahresbilanzsumme hat.

Partnerunternehmen und verbundene Unternehmen, die zu mind. 25 % an einem anderen Unternehmen beteiligt sind oder umgekehrt, müssen die Werte der verbundenen Unternehmen ganz oder teilweise mit in die Bewertung einbeziehen. Durch die Verbindung mit einem anderen Unternehmen kann somit ein Unternehmen, das für sich allein betrachtet ein KMU wäre, als Nicht-KMU gelten. Als Nicht-KMU werden ferner solche Unternehmen angesehen, die zu mind. 25 % ihres Kapitals oder ihrer Stimmrechte von öffentlichen Stellen oder Körperschaften kontrolliert werden.

Welche Unternehmen brauchen kein Energieaudit?

Freigestellt sind Großunternehmen, die zum 5. Dezember 2015 über

• ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder
• ein validiertes Umweltmanagementsystem mit gültiger EMAS-Registrierung


verfügen bzw. mit der Einführung eines solchen Systems begonnen zu haben. Der Nachweis der Einführung eines entsprechenden Systems erfordert die Abgabe einer entsprechenden Erklärung der Geschäftsführung über die Selbstverpflichtung zur Einführung des Systems und die Umsetzung der wesentlichen Schritte zur Systemeinführung. Dazu zählt beispielsweise beim Energiemanagementsystem die energetische Bewertung nach Nr. 4.4.3 a) der DIN EN ISO 50001. Bis spätestens 31. Dezember 2016 muss das System vollständig implementiert und zertifiziert sein.

Unternehmen mit mehreren Standorten

Bei Unternehmen, die über eine Vielzahl gleichartiger oder ähnlicher Standorten verfügen, kann es einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellen, wenn das Energieaudit jeden einzelnen Standort erfasst. Daher muss das Energieaudit nur an einer repräsentativen Anzahl von Standorten durchgeführt werden. Zu diesem Zweck können sogenannte Multi-Site-Verfahren zur Anwendung kommen, bei denen Cluster von Standorten gebildet werden. Die Prozesse oder Tätigkeiten müssen hierbei an allen Standorten im Wesentlichen gleichartig sein und mit ähnlichen Methoden und Verfahren durchgeführt werden. Gleiches gilt für Unternehmen, die ihre Geschäfte an verschiedenen Standorten durch unterschiedliche, aber deutlich miteinander verknüpfte Prozesse abwickeln. Das Energieaudit muss hier wenigstens ein Beispiel eines jeden Prozesses, der von dem Unternehmen durchgeführt wird, beinhalten.

Leistungsinhalte eines Energieaudits im Detail

Die wesentlichen Leistungselemente des Auditprozesses:

Auftakt-Besprechung
Erläuterung und Abstimmung der Rahmenbedingungen, Anforderungen, Ziele und Vorgehensweisen des Auditprozesses.

Datenerfassung
Vor-Ort-Erfassung des Energieeinsatzes und –verbrauchs sowie aller relevanten Informationen, Daten und Parameter der verbrauchenden Systeme, Prozesse und Einrichtungen.

Potentialanalyse
Feststellung der Ist-Situation der energiebezogenen Leistung und der Verbesserungspotentiale mit Handlungsempfehlungen.

Ableitung von Optimierungsmaßnahmen
Entwicklung und Bewertung geeigneter Ansätze zur Verbesserung der Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeitsanalyse, Erfassung von Zuschüsse und Beihilfen.

Dokumentation und Abschlussbesprechung
Zusammenfassung aller Daten, Fakten und Übersicht der Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz in einem transparenten Bericht, Präsentation von der Unternehmensleitung.

Fortentwicklung zum Energiemanagement

Für alle Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 einführen wollen, kann das Energieaudit eine sinnvolle Vorstufe sein. Denn das Energieaudit entspricht weitgehend der Vorgehensweise der „energetischen Bewertung“ der ISO 50001. Auf der Grundlage der gewonnenen Daten und der Verbrauchserfassung der eingesetzten Energieträger aus dem Energieaudit ist prinzipiell eine spätere Weiterentwicklung zum Energiemanagementsystem nach ISO 50001 möglich. Anders als das Energieaudit, das lediglich eine IST-Zustandsbetrachtung der Energieeffizienz und kein Managementsystem darstellt, strebt die ISO 50001 einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess an, bietet also als höherwertigeres System den längerfristigen Mehrwert für ein Unternehmen.

Energieaudit oder Energiemanagementsystem?

Je nach Größe und Beschaffenheit Ihres Unternehmens kann es rentabel sein, von vornherein die Einführung eines Energiemanagementsystems in Betracht zu ziehen

Unsere Unterstützung für Ihre Entscheidung:

• Bestandserfassung der normspezifischen Ist-Situation und der erforderlichen in- und externen Aufwände.
• Bericht mit Übersicht aller Leistungsinhalte, Aufwände/erforderlichen Ressourcen und Empfehlung.


Gern steht Ihnen für Fragen unser Herr Florian Brands unter der 02841 93194-49 oder unter brands.florian@plan-energie.de zur Verfügung.